Wer den Balkon winterfest machen will, entscheidet zuerst über den Sichtschutz: Eine UV-stabilisierte HDPE-Bespannung darf in den meisten Lagen hängen bleiben, wenn Ösen und Kabelbinder in Ordnung sind. Dichte Stoffe aus Polyester oder Acryl nehmen Sie besser ab, weil sie Wind und Schnee eine geschlossene Fläche bieten. Markisen und Sonnensegel gehören über den Winter eingefahren oder abgebaut. Danach folgen Pflanzen, Möbel und der Balkonablauf. Mit einem trockenen Nachmittag im Oktober oder November ist das meiste erledigt.
Balkon winterfest machen: die Reihenfolge
Es spart Arbeit, von oben nach unten vorzugehen. Was oben hängt, wirft beim Abbau Schmutz und Laub auf den Boden, und den kehren Sie am Ende nur einmal.
- Beschattung: Sonnensegel abnehmen, Markise reinigen und einfahren, Sonnenschirm schließen, abbauen und mit Hülle einlagern.
- Bespannung: entscheiden, ob sie bleibt oder abkommt. Bleibt sie, jede Befestigung prüfen.
- Pflanzen: Einjährige entsorgen, Mehrjährige einpacken oder ins Haus holen.
- Möbel und Polster: Auflagen nach drinnen, Möbel abdecken oder einlagern.
- Boden und Ablauf: Laub entfernen, Untersetzer leeren, den Bodenablauf freimachen.
Wählen Sie dafür einen Tag nach mindestens zwei trockenen Tagen. Feucht eingelagerte Stoffe und Polster sind im Frühjahr fleckig, und das lässt sich mit keiner Reinigung ganz rückgängig machen.
Sichtschutz im Winter: abnehmen oder hängen lassen?
Die Frage hängt weniger vom Kalender ab als von Material, Stockwerk und Ausrichtung. Ein Gewebe im dritten Stock auf der Wetterseite steht im Winter unter anderer Last als eins im Erdgeschoss zum Innenhof.
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| HDPE-Gewebe, geschützte Lage | hängen lassen | Luft strömt durch, Wasser läuft ab, das Material verträgt Frost |
| HDPE-Gewebe, oberes Stockwerk zur Wetterseite | hängen lassen, Befestigung verdichten | Winterstürme ziehen stärker an Ecken und Oberkante |
| Polyester oder Acryl, ungeschützt | abnehmen | dichte Fläche, wird nass schwer, trocknet bei Kälte kaum |
| PVC-beschichtete Bahn | bei Frost nicht mehr bewegen | die Beschichtung wird in der Kälte steif und kann an Knicken brechen |
| Bambus, Schilf, Weide | abnehmen oder gut trocken halten | Naturfasern saugen Wasser und frieren auf |
Ein Hinweis zu PVC: Wollen Sie die Bahn ohnehin einlagern, nehmen Sie sie ab, solange die Tagestemperaturen noch deutlich über null liegen. Dann lässt sie sich ohne Risiko aufrollen. Im Januar bleibt sie besser, wo sie ist.
Schnee- und Windlast: was im Winter an der Bespannung zieht
Schnee wiegt je nach Zustand sehr unterschiedlich. Der Deutsche Wetterdienst ordnet frischem Neuschnee eine Dichte von etwa 50 bis 150 kg pro Kubikmeter zu. Nasser, gesetzter Schnee kommt auf 200 bis über 400 kg. Versicherer rechnen als Faustregel mit rund 40 kg pro Quadratmeter für zehn Zentimeter Nassschnee.
An einer senkrechten Bespannung bleibt davon wenig liegen. Kritisch sind waagerechte oder schräge Flächen:
- Sonnensegel: Ein Segel von 3 × 4 m, auf dem zehn Zentimeter nasser Schnee liegen, trägt rechnerisch rund 480 kg. Das hält weder ein Wandhaken noch ein Geländerpfosten aus. Segel gehören deshalb vor dem ersten Schnee ab.
- Markisentuch: Ausgefahren sammelt es Schnee in der Mitte. Fahren Sie die Markise über den Winter ein und schützen Sie die Kassette, falls vorhanden, mit der Abdeckhaube.
- Oberkante der Bespannung: Bei Stoffen mit Saum oder Tunnelzug bildet sich oben ein schmaler Schneewulst. Nach Schneefall abfegen, nicht abschlagen, sonst reißen Sie an den Ösen.
Wind ist im Winter das größere Thema. Herbst- und Winterstürme bringen Böen, die bei Sommergewittern selten sind, und sie dauern länger. Eine Bespannung, die im Juli locker an jedem zweiten Stab hing, flattert im Januar und reibt sich am Geländer durch. Wer sie hängen lässt, setzt an Ecken und Oberkante zusätzliche Binder, sodass dort jede Öse befestigt ist.
Ösen und Kabelbinder vor dem Winter prüfen
Kunststoff-Kabelbinder bestehen meist aus Polyamid 6.6. Schwarze Ausführungen enthalten Ruß als UV-Schutz, und Herstellerdatenblätter geben für sie Einsatztemperaturen von etwa minus 40 bis plus 80 Grad an. Das gilt für neue Binder. Nach ein oder zwei Sommern in der Sonne sind helle oder transparente Binder oft schon mürbe, und bei Kälte brechen sie dann zuerst.
So prüfen Sie die Befestigung
- Knipsen Sie einen Binder an einer unauffälligen Stelle ab und biegen Sie ihn scharf. Bricht er glatt oder wird die Biegestelle weiß, sind alle Binder gleichen Alters fällig.
- Fassen Sie jede Öse und ziehen Sie leicht quer zum Saum. Eine Öse, die sich im Stoff dreht oder deren Ring hochsteht, hält einen Wintersturm nicht mehr.
- Prüfen Sie die Ecken. Dort ist der Zug am größten, und dort franst der Saum zuerst aus.
- Kontrollieren Sie ein Spannseil an den Umlenkpunkten. Ein Seil mit aufgerauter Ummantelung tauschen Sie besser vor dem Winter als danach.
Ersetzen Sie mürbe Binder durch schwarze, UV-stabilisierte Ware. Nehmen Sie lieber eine breitere Sorte als die alte, breite Binder halten mehr Zug aus. Schneiden Sie die Überstände bündig ab, damit sie im Wind nicht gegen den Stoff schlagen. Liegt eine Öse frei oder ist ausgerissen, binden Sie nicht durch den Stoff, sondern nehmen den nächsten intakten Punkt und setzen die Reparatur auf die Liste fürs Frühjahr.
Abgenommene Bespannung richtig lagern
Beim Abnehmen schneiden Sie die Kabelbinder an der Seite des Verschlusses mit einem Seitenschneider durch. Mit einer Schere rutscht man leicht ab und schneidet in den Saum. Lösen Sie die Bahn von einer Seite her und lassen Sie die andere Hälfte noch hängen, bis Sie die Bahn zur Rolle zusammengenommen haben. So weht sie Ihnen nicht vom Balkon.
- Kennzeichnen: Ein Stück Malerkrepp mit „links, oben, innen“ spart im Frühjahr das Rätseln, welche Bahn an welche Seite gehört.
- Trocknen: Legen Sie eine feuchte Bahn über einen Wäscheständer im Treppenhaus oder im Keller, bis sie sich überall trocken anfühlt, auch an den Säumen.
- Aufrollen: Bedruckte oder beschichtete Seite nach außen, damit sie sich nicht auf sich selbst drückt.
- Verpacken: Ein altes Bettlaken oder ein Kopfkissenbezug aus Baumwolle lässt Restfeuchte entweichen. Folie nicht verschließen.
- Ablegen: Die Rolle waagerecht auf ein Regal legen, nicht hochkant in eine Ecke stellen. Hochkant knickt der untere Rand über die Monate ein.
Garagen und Gartenhäuser sind als Lager zweite Wahl. Dort schwanken Temperatur und Feuchte stark, und Mäuse nagen gern an Textilien, die nach Pflanzen riechen.
Pflanzen und Möbel winterfest machen
Kübelpflanzen
Im Topf frieren Wurzeln viel schneller durch als im Gartenboden. Winterharte Pflanzen bleiben trotzdem draußen, brauchen aber Schutz von unten und von der Seite:
- Kübel auf eine Holzlatte, eine Styroporplatte oder Topffüße stellen, damit sie nicht direkt auf dem kalten Boden stehen und Wasser abläuft.
- Den Topf seitlich mit Vlies, Jute oder Kokosmatte umwickeln. Oben bleibt er offen, die Erde decken Sie mit Reisig oder Laub ab.
- Kübel eng zusammen an die Hauswand rücken, weg von der Brüstung.
- An frostfreien Tagen sparsam gießen. Immergrüne Pflanzen vertrocknen sonst bei Sonne und gefrorenem Ballen, ein Schaden, der Wintertrocknis heißt.
Oleander, Zitrus und andere nicht winterharte Arten ziehen in ein helles Quartier mit etwa 5 bis 10 Grad. Leere Tontöpfe stellen Sie umgedreht oder trocken unter, denn Wasser in den Poren sprengt beim Gefrieren Ränder und Glasur ab.
Möbel und Polster
Polster und Kissen kommen grundsätzlich nach drinnen, auch wenn der Bezug als wetterfest gilt. Die Füllung saugt sich voll und trocknet bis zum Frühjahr nicht mehr durch. Klappbare Möbel aus Metall oder Holz lagern Sie am besten im Keller. Was draußen bleibt, etwa ein Tisch aus Polyrattan, bekommt eine Schutzhülle mit Lüftungsöffnungen und steht auf Füßen, nicht direkt auf nassem Boden. Holzmöbel ölen Sie vorher, wenn das Holz grau und rau geworden ist.
Zum Schluss der Ablauf: Laub und Erde im Bodenablauf führen bei Tauwetter dazu, dass Wasser auf dem Balkon steht und gefriert. Bei Balkonen mit Gefälle zur Fassade kann es sogar unter die Balkontür laufen.
Häufige Fragen
Wann sollte ich den Balkon winterfest machen?
Vor dem ersten Frost, in den meisten Regionen im Oktober oder Anfang November. Entscheidend ist ein trockener Tag, damit Stoffe und Polster nicht feucht eingelagert werden.
Kann eine HDPE-Bespannung den ganzen Winter hängen bleiben?
Ja, wenn sie UV-stabilisiert ist und die Befestigung stimmt. In windigen Lagen sollten an Ecken und Oberkante alle Ösen gebunden sein.
Muss ich das Sonnensegel im Winter abnehmen?
Ja. Schon zehn Zentimeter nasser Schnee bringen auf ein mittelgroßes Segel mehrere hundert Kilogramm.
Wohin mit Kabelbindern und Zubehör?
Alte Binder entsorgen Sie. Spannseil, Haken und Ersatzösen legen Sie in einen Beutel zur jeweiligen Bahn, dann ist im Frühjahr alles beisammen.





